Alterungsrückstellungen

Wenn man noch jung ist, nutzt man meist nur selten die Leistungen der Krankenkasse. Alte Menschen benötigen dagegen wesentlich öfter die Gesundheitsleistungen der Kassen. Die Krankenkassen müssen dies in ihrer Kalkulation beachten und mit einrechnen. Sie müssen Vorsorge treffen, um die benötigten Leistungen älterer Versicherungsnehmer finanzieren zu können. Es gibt verschiedene Finanzierungsmethoden dieser Mehrkosten.

Die Gesetzliche Krankenkasse benutzt das so genannte Umlageverfahren (Man kennt dieses Verfahren auch von der deutschen Rentenversicherung). Dieses Verfahren setzt darauf, dass viele Beitragszahler gemeinsam den Finanzierungsbedarf aller aufbringen. Kurz: die Jungen zahlen für die Alten. Wenn die Jungen aber selbst alt sind, werden natürlich auch sie wieder von den Jungen finanziert. Dieses Verfahren ist vom demographischen Wandel gefährdet. Wenn es immer mehr alte Menschen gibt, die viele Leistungen der Kasse benötigen und immer weniger junge Menschen, die nur wenige Leistungen benötigen, ist die Finanzierung in Gefahr.

Die Private Krankenkasse versucht dem Problem der Mehrkosten im Alter mit einem Anwartschaftsdeckungsverfahren zu begegnen. Der Versicherte bildet dabei selbst Alterungsrückstellungen. Im Anwartschaftsdeckungsverfahren privater Krankenkassen wird vorsorglich Kapital für das Alter gebildet. Junge Versicherte zahlen also eine höhere Prämie als benötigt, Ältere dagegen zahlen eine niedrigere Prämie als benötigt. Man kann sagen, die Differenz zwischen der benötigten und der gezahlten Prämie ist die Alterungsrückstellung. Benötigt man im Alter dann mehr Leistungen, als in der gezahlten Prämie enthalten, kann auf diese Rückstellungen zurückgegriffen werden. Man kann sich die Altersrückstellungen bei einem Kassenwechsel nicht auszahlen lassen. Die Rückstellungen werden kollektiv und nicht individuell angelegt.

Doch auch diese Form der Finanzierung kennt Probleme. Die medizinisch notwendigen Ausgaben steigen kontinuierlich, durch den rasanten medizinischen Fortschritt müssen die Kassen immer mehr zahlen. Die Alterrückstellungen reichen oft nicht aus, die ständig steigenden Kosten zu decken. Es kann daher passieren, dass man als Versicherter im Alter zurückgestuft wird, daher weniger Leistungen von der Versicherung erhält.